Warum dein Kyusho nicht funktioniert…

Wer sich schon länger mit dem Kyusho Jitsu beschäftigt, kennt sicherlich folgendes Szenario: Wir sind gerade mitten im Training. Erarbeiten unsere Techniken, wiederholen unsere Drills, achten auf die korrekte Stellung und Mechanik, trainieren verschiedene Anwendungen usw. Wir sind höchst motiviert und haben die korrekten Trainingsschwerpunkte gesetzt, aber trotzdem bleibt jedes Mal der Erfolg aus, wenn wir Magen 5 (oder einen der anderen Kopfpunkte) nutzen wollen.

 

Wir versuchen es noch einmal. Wieder nichts. Nun ein letzter Versuch. Wir beginnen innerlich noch einmal, alle nötigen Kriterien für Magen 5 zu wiederholen.

 

•Lage: Mitte des Kiefers – Check
•Winkel und Richtung: nach innen und unten in den Körper – Check
•Art der Stimulation: Schlag – Check

 

Aber natürlich, haben wir alle Kriterien für eine erfolgreiche Nutzung schon seit Ewigkeiten auswendig gelernt, und doch, klappt es einfach nicht so wie, wie es eigentlich soll…

 

Immer dieser Kyusho-Hokuspokus

 

Nun, dass lässt meiner Meinung nach nur zwei Schlussfolgerungen zu. Entweder ist dieser ganze „Kyusho-Hype“ doch nur Hokuspokus und die unzähligen Videos auf YouTube sind alle nur gestellt. Die zweite Möglichkeit wäre aber, dass der Fehler gar nicht am Punkt Magen 5 liegt, sondern bei uns selbst.

 

Ich gehe natürlich davon aus, dass wir das richtige Ziel angreifen, den korrekten Winkel und die richtige Richtung für den Schlag beachten und die korrekte Art der Stimulation wählen. In unserem Fall ist es eine schnelle Energieübertragung in den 7. Hirnnerv, den sogenannten Nervus facialis (Gesichtsnerv) und die Arteria facialis (Gesichtsarterie).

 

Worauf es im Kyusho Jitsu grundlegend ankommt, ist natürlich, die entsprechenden Ziele zu treffen. Allein das, reicht aber bei Weitem nicht aus. Ein weiterer sehr wichtiger Punkt ist, dass wir im entsprechenden Augenblick des Schlages genügend kinetische Energie in unser Ziel (Magen 5), übertragen.

 

Erfüllen wir alle drei oben genannten Kriterien, sind aber nicht entschlossen genug, diesen Knock Out wirklich durchführen zu wollen, werden wir es nie schaffen, das volle Potenzial von Magen 5 zu nutzen.

 

So entwickelst du den „Kyusho-Touch“

 

Die magischen Worte lauten: Intention, Impact und Follow-through.

 

•Intention: steht für die Absicht, Einstellung und den Fokus, die Körperbeeinträchtigung (Knock Out) 

  auch wirklich ausführen zu wollen.
•Impact: steht für den Aufprall bzw. das Treffen des Kyusho-Ziels während des Schlages.
•Follow-through: steht für das Durchdringen bzw. Durchschlagen des Kyusho-Ziels und das 

  Weiterführen der Schlagbewegung.

 

Wirkliches Kyusho besteht nicht aus theoretischem Wissen. Vielmehr geht es darum,
die eigenen Fähigkeiten zu trainieren, um den „Kyusho-Touch“ zu entwickeln. Nur so, entsteht der benötigte Energietransfer.

 

In unserem Beispiel ist es natürlich oberste Voraussetzung, alles Nötige über Magen 5 zu wissen. Allein das reicht aber nicht aus. Wir müssen die entsprechende Einstellung bzw. den Fokus entwickeln und an unseren Fähigkeiten arbeiten, um die Theorie zu überprüfen und unsere Technik wirksam umsetzen zu können.

 

In weiteren Artikeln führe ich die Themen Intention, Impact und Follow-through natürlich noch aus.

 

Train hard!